Götz Gliemeroth

Götz Friedrich Eugen Gliemeroth (* 21. Oktober 1943 in Göttingen) ist ein Generalleutnant a. D. der Bundeswehr.

Gliemeroth wurde 1943 mitten im Zweiten Weltkrieg in Göttingen als Sohn eines Professors für Landwirtschaft geboren. Er machte sein Abitur am Max-Planck-Gymnasium in Göttingen und trat am 1. April 1963 während des Kalten Krieges in die Fallschirmjägertruppe der Bundeswehr ein.

Die Grundausbildung erfolgte in der Ausbildungskompanie 7/ 9 in Lebach. Von 1963 bis 1965 absolvierte er die Ausbildung zum Offizier, war ab Oktober 1965 Zugführer an der Kampftruppenschule I in Hammelburg. Ebenfalls als Zugführer diente er von 1966 bis 1968 im PzGrenLehrBtl 283 in München.

Von 1970 bis 1974 war er Kompaniechef im PzGrenBtl 302 in Ellwangen. Während der Olympischen Sommerspiele 1972 in München wurde er mit seinen Soldaten zur logistischen Unterstützung im Olympischen Dorf eingesetzt und erlebte die Geiselnahme und Ermordung israelischer Athleten durch ein palästinensisches Terrorkommando. Ab 1974 folgte die Teilnahme am 17. Generalstabslehrgang (H) an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg und nahm auch für ein Jahr an der kanadischen Generalstabsausbildung am Canadian Forces College in Toronto teil. Von 1977 bis 1979 war er im NATO-Hauptquartier der Northern Army Group (NORTHAG) in Rheindahlen. Von 1979 bis 1981 war er G3 im Stab der Panzerbrigade 15 in Koblenz.

Von 1981 bis 12. August 1983 war Gliemeroth im Rang eines Oberstleutnant Kommandeur des PzGrenBtl 352 in Mellrichstadt, von 1988 bis 1990 im Rang eines Oberst Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 5 in Homberg/Efze.

Zwischenzeitlich nahm Gliemeroth auch Verwendungen im Bundesverteidigungsministerium wahr. Von 1983 bis 1986 als Referent im Büro Dr. Hiehle, Dr. Ermisch in Bonn und von 1986 bis 1988 als Referatsleiter Fü S/Pers. 1990 erfolgte die Beförderung zum Brigadegeneral und war Personalchef des Heeres im Verteidigungsministerium.

Von 1. April 1993 bis 30. September 1996 war er im Rang eines Generalmajors Kommandeur der 7. Panzerdivision in Unna, ab 1994 in Düsseldorf und Befehlshaber im (damaligen) Wehrbereich III und danach von 1997 bis 2001 als Kommandierender General des (deutsch-amerikanischen) II. Korps mit Stab in Ulm unterstanden ihm 70.000 Soldaten an 114 Standorten.

Danach war er ab 21. März 2001 Befehlshaber des NATO-Stabes Joint Headquarters Centre (JHC) bzw. des Joint Command Centre (JCC) der NATO in Heidelberg und war für die Führung und Ausbildung der multinationalen Korps in Mitteleuropa verantwortlich.

Am 25. Juni 2003 ernannte der Supreme Allied Commander Europe (SACEUR) General James L. Jones Gliemeroth für die NATO-Mission in Afghanistan. Vom 11. August 2003 bis zum 9. Februar 2004 führte er im Rang eines Generalleutnants die ISAF-Kräfte im Umfang von rund 5000 Soldaten aus 29 Nationen.

Am 19. März 2004 wurde er von Verteidigungsminister Peter Struck mit einem Großen Zapfenstreich aus dem aktiven Dienst verabschiedet und übergab das Kommando des Joint Command Centre (JCC) an US-General Burwell Bell. Zum 1. April 2004 trat er in den Ruhestand. Er lebt seit 1977 in Mönchengladbach. Seine erste Frau Gerdemie Rixen verstarb früh. 1992 heiratete er die Witwe Renate Klüttermann, geborene Otten. Er hat drei Kinder.

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;| Zorlu | van Heyst | Gliemeroth | Hillier | Py | del Vecchio | Richards | McNeill | McKiernan | McChrystal | Petraeus | Allen | Dunford | Campbell

Kuhhaut (Venedigergruppe)

Blick von der Kreuzspitze auf den Hohen Eichham sowie Kuhhaut, Wunspitze und Wunwand (von links nach rechts).

Die Kuhhaut (3190 m ü. A.) ist ein Berggipfel des Eichhamstocks in der Venedigergruppe in Osttirol (Österreich). Er liegt an der Grenze zwischen den Gemeindegebieten von Prägraten am Großvenediger und Matrei in Osttirol. Benachbarte Gipfel sind die Wunspitze im Südosten, der Hohe Eichham im Norden und der Säulkopf mit der Säulspitze im Osten. Die Erstbesteigung erfolgte 1908 durch F. Kratzer und A. Kröll.

Die Kuhhaut ist ein vergleichsweise harmloser Vorgipfel der Wunspitze, der seinen Namen vermutlich seinem bräunlich gefärbten sandigen Rücken verdankt, der manchmal von Schneeflecken bedeckt ist. In früherer Zeit wurde der Gipfel auch als Hintere Wunspitze oder Hinterer Schornagl bezeichnet. Die Kuhhaut liegt im Südwesten des Eichhamstocks im Bereich der Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern. Westlich der Kuhhaut befindet sich das Tal des Kleinen Eichhambächles sowie das Timmeltal. Im Süden der Kuhhaut erstreckt sich das Große Niltal, das östlich der Ortschaft Bobojach in das Virgental mündet. Von der Kuhhaut erstreckt sich ein Grat nach Norden zum Hohen Eichham (3371 m ü. A.), wobei zwischen Kuhhaut und Eichham die Südliche Eichhamscharte (3125 m&nbsp

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;ü. A.) liegt. Westlich der Eichhamscharte erstreckt sich zwischen Eichham und Kuhhaut das kaum noch vorhandene Kleine Nilkees, östlich das Nilkees. Der Südwestgrat der Kuhhaut führt zur Wunspitze (3219 m ü. A.), zudem zweigt vom Südostgrat etwas südlich der Kuhhaut ein Grat ab, der nach Osten zur Säulspitze (3137 m ü. A.) führt.

Der Normalweg auf die Kuhhaut führt über die Bonn-Matreier Hütte in das Kar nördlich der Hütte auf markiertem Steig und dem Ostgrat des Säulkopfs zu dessen Gipfel. Danach folgte der Abstieg in die Säulscharte und über das Nilkees hinauf zur Eichhamscharte. Von der Eichhamscharte führte der weitere Anstieg zunächst ohne Kletterei über den sanften Rücken bis zum Gipfel der Kuhhaut. Die Kuhhaut wird dabei oftmals beim Weg zur Wunspitze überschritten oder dient als zusätzlicher Gipfelsieg bei der Besteigung des Eichhams.

Michael Sonntag

Michael Sonntag (* 2. Dezember 1978 in Lichtenstein/Sa.) ist ein deutscher Autor, Künstler und Kultur- und Literaturwissenschaftler.

Seit 1980 lebt er in Hohenstein-Ernstthal. Er schreibt hauptsächlich minimalistische Kurzgeschichten, in denen er klassische Motive parodiert.

Seine ersten Kurzgeschichten und Gedichte wurden 2002 in verschiedenen Magazinen abgedruckt. Noch im gleichen Jahr hielt er im Rahmen des Wave-Gotik-Treffen in Leipzig seine erste Lesung. 2004 veröffentlichte er gemeinsam mit Isolde Kakoschky und „Diamond of Tears“ den Gedichtband „Wenn die Zeit Flügel hat…“, der im Mischwesen Autorenverlag München erschien. Seit diesem Jahr ist er auch ehrenamtlich für den Hohenstein-Ernstthaler Kulturverein aktiv. 2005 schrieb er dann das Drehbuch für den Kurzfilm „The World Beneath – Die Andere Sicht Der Dinge“, der von Andreas Tröger umgesetzt wurde. Eine literarische Umsetzung dieses Films fand sich dann später in seinem Buch „Es war einmal… Gothic fiction en miniature“ Das erste komplett eigene Buch von ihm folgte 2006 unter dem Titel „Rapunzel – Vampirgeschichten“. Dieses Buch war der erste Teil seiner „Märchentrilogie“, die er mit den Titeln „Rotkäppchen und andere Horrorgeschichten“ und „MacBeth – alltägliche und märchenhafte Geschichten“ fortsetzte. Diese Bücher erschienen beim Verlag „Edition PaperONE“ in Leipzig. Im gleichen Verlag erschienen außerdem seine Bücher „Der Magier mcm taschen sale, die Prinzessin und der Ritter“ und „Ich kann auch anders“ sowie seine Anthologien „Dämonenreiche“ und „Herzblutlyrik“. Nachdem sein Vertrag 2009 gekündigt wurde, gründete er Anfang 2012 die „Edition Lepidoptera“, die zum Verlagshaus „Periplaneta“ gehört. In dieser erschien sein eigenes Buch „Es war einmal…“ sowie die Autobiographie „Meine Kämpfe“ des Wrestlers Alexander Bedranowsky (alias Thumbtack Jack), der Jugendfantasyroman „Sungru – Der Schüler des Amundie Joachim“ von Constanze Schiewe, die Anthologie „Mängelexemplare und andere makabre Geschichten“ von Constantin Dupien

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, der Kurzgeschichtenband „Grindhouse Splatter“ des Splatterpunkautoren Marc Gore und der Roman über die Hippiebewegung in der DDR „1969 – Die Magie eines Sommers“ von Oriphiel. Michael Sonntags literarische Werke werden als Neue Deutsche Todeskunst eingeordnet.

Neben seiner literarischen Arbeit betreibt er die Ausstellungsreihe „Kunst in der Ruine“ in Hohenstein-Ernstthal, die er 2007 gründete

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. Ursprünglich war dieses Projekt zur Förderung von Nachwuchs- und Untergrundkünstlern konzipiert gewesen, doch seit 2011 wird es auch von international bekannten Künstlern für Ausstellungen genutzt. 2013 initiierte er das Ausstellungskonzept „Leere Galerie“, bei dem eine Kunstgalerie ohne Ausstellung und Programm geöffnet wird und Besucher spontan Werke ausstellen oder ein Programm gestalten können.

Seit 2007 stellt er ebenfalls eigene Arbeiten in verschiedenen Galerien und Einrichtungen aus. Dabei arbeitet er in verschiedenen Bereichen:

Hendrik Möbus

Hendrik Möbus (* 20. Januar 1976 in Sondershausen) ist ein deutscher Neonazi, Musiker und verurteilter Mörder. Bekannt wurde er als Mittäter im Mordfall von Sondershausen. Für das Magazin Der Spiegel galt Möbus 2001 als „einer der bekanntesten Neo-Nazis Deutschlands“, für die Autoren des Buches Unheilige Allianzen als einer der „maßgebliche[n] Protagonisten“ des NSBM. Möbus trat im Laufe der Jahre unter den Pseudonymen Joe Ramone, Messiah, Randall the Vandal und Randall Flagg sowie Jarl Flagg Nidhögg, JFN, Hagen von Tronje und XVIXIV auf.

Hendrik Möbus wurde 1976 als Sohn des späteren Thüringer CDU-Landtagsabgeordneten Walter Möbus in Sondershausen geboren. In seiner Kindheit kam er mit Ahnenforschung, deutscher Geschichte, Folklore und Märchen in Berührung, und trotz der atheistischen Ausrichtung der DDR ging er in die Kirche und kam dort mit religiösen Themen in Berührung. Er rebellierte zu DDR-Zeiten und legte sich mit 13 einen Irokesenschnitt zu, außerdem kam er über westdeutsche Radiosender mit in der DDR verpönter Musik, wie Punk, Oi! und Metal in Kontakt, 1990/1991 mit Black-Metal-Bands wie Mayhem, Beherit und Darkthrone, deren Album A Blaze in the Northern Sky 1992 den Anstoß zur Gründung einer eigenen Band gab. Mit 16 Jahren gründete er die Band Absurd, die sich zunächst eher an Oi!-, RAC- und Horrorpunk-Bands wie Der Fluch anlehnte und wegen ihres Dilettantismus belächelt wurde. Möbus spielte Schlagzeug und nannte sich auf den ersten Absurd-Veröffentlichungen Randall Flagg, nach einer Figur aus Stephen Kings Roman The Stand. Er galt als auffälligstes Mitglied der Clique um die Band; er hatte „sich sein Haar auf einer Seite abrasiert, schmückt[e] sich gern mit Ketten, schweren Stiefeln und Stachelhalsbändern“ und trug Ohrringe mit satanischen oder anarchistischen Symbolen.

1993 ermordeten die Mitglieder der Band Absurd ihren Mitschüler Sandro Beyer. Möbus wurde als Haupttäter wegen gemeinschaftlich geplanten Mordes, Freiheitsberaubung und Nötigung zu acht Jahren Jugendstrafe verurteilt. Über den Mord sprach er erstmals im Briefwechsel mit dem amerikanischen Journalisten Michael Moynihan, in dem er Beyer als „Volksschädling“ bezeichnete und über die neonazistische Gesinnung sprach, zu der er während seiner Haft gekommen war. In der Jugendstrafanstalt entstanden neue Aufnahmen von Absurd, die heimlich herausgeschleust und veröffentlicht wurden. Auf diesen nahm er das Pseudonym Jarl Flagg Nidhögg an, in Anlehnung an den nordischen Fürstentitel Jarl und den Drachen Nidhöggr aus der nordischen Mythologie; auf späteren Absurd-Veröffentlichungen und in Interviews benutzt er das Kürzel JFN, auf dem Album Der fünfzehnjährige Krieg wird er als XVIXIV aufgeführt, wobei die römischen Zahlen für die Buchstaben JFN des lateinischen Alphabets stehen

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. Während die Musik und die Texte für Absurd nicht von Möbus geschrieben wurden, verfasste er Texte für die Bands Abigor, Tha-Norr, Graveland, Siren, Funeral Winds, Liar of Golgotha und Wolfsburg, die ihn darum gebeten hatten.

Nachdem Möbus 1998 auf Bewährung vorzeitig aus der Haft entlassen worden war, gründete er die Deutsche Heidnische Front, einen Ableger der auf Varg Vikernes zurückgehenden Allgermanischen Heidnischen Front. Er führte mit seinem Bruder Ronald das 1994 gegründete Label Darker Than Black Records und die Band Absurd weiter und festigte seine Kontakte in der Black-Metal- wie der rechtsextremen Szene. Auf einem Konzert seiner Band in Behringen, das er mit seinem Bruder organisiert hatte, zeigte er auf der Bühne den Hitlergruß und rief „Sieg Heil!“. Der Sachbuchautor Klaus Farin sieht darin einen Versuch, die Black-Metal-Szene zu politisieren; die Autoren von Unheilige Allianzen bezeichnen Möbus als „maßgebliche[n] Protagonisten des extrem rechten Flügels der Szene“.

1999 erschien die Absurd-EP Asgardsrei, die als erste Veröffentlichung der Band einen Text von Möbus (zu Sonnenritter) enthielt; außerdem ist Asgardsrei die letzte Veröffentlichung, auf der Möbus Schlagzeug spielte. Bereits zwei Wochen nach seiner Haftentlassung äußerte er in einem Interview für die Berliner Zeitung: „Ich weiß nicht, ob man in der Nazizeit bestraft worden wäre, wenn man einen Volksschädling unschädlich macht.“ Noch während seiner Haft war unter anderem die Musikkassette Thuringian Pagan Madness erschienen, die als Titelbild den Grabstein des ermordeten Sandro Beyer zeigt

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. Wegen der Verhöhnung Beyers wurde Möbus’ Bewährung aufgehoben, bereits im Juli war er vom Erfurter Amtsgericht zu acht Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil er während eines Musikkonzertes einen Hakenkreuz-Aufnäher trug und den Hitlergruß zeigte. Es folgten weitere Verurteilungen: Das Amtsgericht Tiergarten verurteilte ihn Ende 1999 zu anderthalb Jahren, das Amtsgericht Eisenach zu acht Monaten Haft. Möbus legte jedoch Berufung gegen das Urteil ein und setzte sich in die Vereinigten Staaten ab, wo er bei William Luther Pierce III. im Bundesstaat West Virginia unterkam, dem Chef der National Alliance. Er half Pierce beim Ausbau seines Labels Resistance Records und schrieb unter dem Pseudonym „Hagen von Tronje“ (nach der Figur aus der Nibelungensage) für dessen Magazin Resistance, wobei er versuchte, den Lesern den Black Metal näher zu bringen

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Nach mehrwöchiger Observation von Pierces Anwesen wurde Möbus im August 2000 verhaftet und in Auslieferungshaft genommen, wobei sein linker Ellbogen gebrochen wurde. Unmittelbar nach seiner Verhaftung stellte er einen Antrag auf politisches Asyl in den USA mit der Begründung, er sei ein politischer Flüchtling, der in Deutschland aufgrund seiner Gesinnung verfolgt werde. Auf Empfehlung des sächsischen Neonazis und Hammerskins Mirko Hesse, der sich zu dieser Zeit ebenfalls in den USA aufhielt, ließ Pierce den Thüringer Szene-Anführer Tino Brandt als Leumundszeugen für Möbus einfliegen. Hesse war damals als V-Mann unter dem Decknamen Strontium für das Bundesamt für Verfassungsschutz tätig, Brandt unter dem Decknamen Otto für das Landesamt für Verfassungsschutz in Thüringen. Möbus’ Asylantrag wurde gleichwohl abschlägig beschieden. Er wurde im Juli 2001 schließlich nach Deutschland abgeschoben und dort inhaftiert. Mehrere eigens zu diesem Anlass gegründete Websites, befreundete Bands wie Abyssic Hate und ihm gewidmete Veröffentlichungen riefen zu seiner Freilassung auf. Während seiner Haft schrieb er weitere Texte für Absurd.

Während die Absurd-Alben Blutgericht und Der Fünfzehnjährige Krieg jeweils nur einen Liedtext von Möbus enthielten, stammen die Texte der Absurd-Beiträge auf dem Split-Album Weltenfeind alle von ihm.

Nachdem Möbus 2007 aus der Haft entlassen worden war, nahm er erneut Kontakt zur Szene auf. Bei einem Absurd-Konzert im fränkischen Gremsdorf, bei dem mit seinem Comeback gerechnet wurde, betrat er zwar kurz die Bühne, spielte aber nicht Schlagzeug. Für die Split-Veröffentlichung Weltenfeind schrieb er die Texte von Absurd. Am 16. Oktober 2009 wurden bei einer Razzia in Berlin 12.000 Tonträger beschlagnahmt. Einer der mutmaßlichen Händler ist Hendrik Möbus. Die Hausdurchsuchungen betrafen unter anderem Darker than Black und den angeschlossenen Versandhandel Merchant of Death. Januar 2011 erließ das Amtsgericht Tiergarten eine Bewährungsstrafe von zehn Monaten gegen Möbus.

Eigenen Angaben zufolge ist Möbus als Musikjournalist tätig, Gerüchten zufolge soll er hinter dem umstrittenen A-Blaze-Magazin stecken. Eine Zeitlang betrieb er unter der Adresse www.weltenfeind.net ein Weblog, zwischenzeitlich verwies die Adresse auf die Facebook-Seite von Darker Than Black.

Laut der Jungle World lebt Möbus in Berlin. Am 27. Januar 2013 gab er „dem extrem rechten Internet-Fernsehprogramm FSN-TV ein Live-Interview, bei dem auch Zuschauerfragen beantwortet wurden“.

Möbus ist auch weiter in der rechten Szene engagiert, er betreibt mit einem Geschäftspartner ein Musiklabel und eine Konzertagentur.

Braunmäuse

Scotinomys teguina (links)

Die Braunmäuse (Scotinomys) sind eine in Mittelamerika lebende Nagetiergattung aus der Gruppe der Neuweltmäuse. Sie umfasst zwei Arten.

Braunmäuse sind relativ kleine Neuweltmäuse, sie erreichen eine Kopfrumpflänge von 8 bis 8,5 Zentimeter und eine Schwanzlänge von 5 bis 7 Zentimeter. Das Gewicht beträgt 12 bis 15 Gramm. Das Fell ist an der Oberseite gelblichbraun oder rötlichbraun, die Unterseite ist hellbraun. Die Ohren, die Pfoten und der Schwanz sind schwarz

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Das Verbreitungsgebiet dieser Nagetiere erstreckt sich vom südlichen Mexiko bin ins westliche Panama. Sie bevorzugen felsiges Terrain, wahlweise in Savannen oder Wäldern. Sie sind tagaktiv, zum schnelleren Vorankommen legen sie Trampelpfade im Unterholz an. Ihre Nahrung besteht aus Insekten.

Die Paarung kann das ganze Jahr über erfolgen, das Weibchen kann im Intervall von einem Monat seine Würfe austragen. Die Tragzeit beträgt rund 30 Tage, die Wurfgröße eins bis fünf (meist zwei oder drei). Nach 18 bis 24 Tagen werden die Jungen entwöhnt und sind mit 5 bis 8 Wochen geschlechtsreif. Beide Arten sind laut IUCN nicht gefährdet.

Es werden zwei Arten unterschieden:

Ihre nächsten Verwandten sind die Amerikanischen Zwergmäuse (Baiomys), mit denen sie gemeinsam die Gattungsgruppe der Baiomyini innerhalb der Neotominae bilden.

Clint Malarchuk

Clint Regan Malarchuk (* 1

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. Mai 1961 in Grande Prairie, Alberta) ist ein ehemaliger kanadischer Eishockeytorwart, der von 1981 bis 1992 für die Québec Nordiques, Washington Capitals und Buffalo Sabres in der National Hockey League spielte. Zurzeit ist er Torwarttrainer der Calgary Flames.

Clint wurde an 74. Stelle von den Québec Nordiques beim NHL Entry Draft 1981 gezogen und spielte in seinem ersten Jahr als Profi eine solide Rolle in der AHL mit 51 Spielen für die Fredericton Express. In der Saison 1982/83 pendelte er zwischen der National Hockey League und den Minors wo er zusammen mit Brian Ford den Harry „Hap“ Holmes Memorial Award für das beste Torhütergespann der American Hockey League erhielt.

Der Durchbruch in der National Hockey League kam 1986/87 als er 54 Spiele für die Québec Nordiques bestritt und als Ersatzgoalie der NHL-Allstars für die Rendez-vous ’87-Serie berufen wurde. Auch wenn er in diesen Jahren erster Torhüter bei den Nordiques war, hatte er seine besten Spielzeiten, wenn er sich den Nummer 1 Posten mit einem anderen Goalie teilte. So zum Beispiel Ende der 80er/Anfang der 90er bei den Buffalo Sabres als er sich diesen Job mit Daren Puppa teilte, aber nach und nach von diesem verdrängt wurde.

1991/92 endete dann seine NHL-Karriere und er verbrachte ab der Saison 1992/93 den Rest seiner Karriere in den Minors. Dort spielte er in der IHL für die San Diego Gulls (wo er gleich in seinem ersten IHL-Jahr die meisten Siege (34) verbuchte) und Las Vegas Thunder. Bei den Thunder wurde nach seinem Karriereende 1997 seine Trikotnummer als erste in der Geschichte des Teams nicht mehr vergeben.

Während seiner gesamten Karriere bestritt er fast 700 Spiele als Profi, davon über 300 Spiele in der NHL. Seit dem 2. August 2006 war Clint Malarchuk der Torwart-Trainer der Columbus Blue Jackets (NHL). Aktuell ist er bei den Calgary Flames beschäftigt.

In einem der ersten Spiele nach seinem Wechsel von Washington zu den Sabres erlangte er gleich tragische Berühmtheit. Während des Spiels gegen die St. Louis Blues am 22. März 1989 ereignete sich eine Szene, die eigentlich völlig normal schien und in jeder Partie mehrmals vorkommt: Steve Tuttle von den Blues stürmte auf das von Malarchuk gehütete Tor zu und wurde vom deutschen Verteidiger der Sabres, Uwe Krupp, bedrängt. Tuttle verlor aber das Gleichgewicht und stürzte mit gestrecktem Bein in den Torraum, wo sein Schlittschuh Malarchuk am ungeschützten Hals traf und ihm so die Drosselvene aufschnitt. Clint nahm sich sofort die Maske vom Kopf, während sich infolge des schweren Blutverlustes bereits eine große Blutlache bildete.

Der Blutverlust war so stark, dass er in wenigen Minuten verstorben wäre, wenn ihm nicht einer der Betreuer – ein Vietnamkriegsveteran – die Blutung sofort gestillt hätte, indem er seinen Finger bis zum Eintreffen des Notarztes in die Vene hineinsteckte. Die Wunde wurde schließlich im Krankenwagen genäht. Obwohl man ihm sagte, er würde für den Rest der Saison ausfallen, befand er sich vier Tage später bereits wieder im Training und stand eine Woche später wieder auf dem Eis.

Dieser Unfall veranlasste viele Goalies einen Hals-Schutz zu tragen und ging als einer der schrecklichsten Eishockey-Unfälle in die Geschichte ein.

2002 übernahm Malarchuk den Posten als Torwarttrainer der Florida Panthers und trainierte zwei Jahre lang unter anderem Roberto Luongo, der 2004 für die Vezina Trophy als bester Torhüter der NHL nominiert wurde. Die Saison 2004/05 verbrachte er als Assistenz-Trainer in der AHL bei den San Antonio Rampage, dem Farmteam der Panthers. Seit 2006 war er Torwarttrainer der Columbus Blue Jackets. Juni 2011 wurde er von den Calgary Flames als Torwarttrainer geholt.

Hanni Rützler

Hanni Rützler (* 9. Februar 1962 in Bregenz) ist eine österreichische Ernährungswissenschaftlerin und Foodtrendforscherin.

Hanni Rützler besuchte das Sacré-Coeur in Bregenz (Matura 1981) und begann nach einem einjährigen Studienaufenthalt in den USA (Michigan Technological University, Houghton) mit dem Studium irregulare der Haushalts- und Ernährungswissenschaften, Psychologie und Soziologie sowie Lebensmittel- und Biotechnologie an der Universität Wien (Abschluss als Mag. rer. nat. im Jahre 1988). Neben einer Ausbildung in Personenzentrierter Gesprächsführung (Abschluss 1991) war sie Mitarbeiterin am interdisziplinären Forschungsprojekt „Ernährungskultur in Österreich“ am Institut für Kulturstudien (IKUS). Seitdem arbeitet sie als freiberufliche Ernährungswissenschafterin, als Beraterin von Food & Beverage-Unternehmen und als Food Trend Forscherin im von ihr gegründeten futurefoodstudio in Wien sowie – seit 2004 – auch als Studienautorin und Referentin für das Zukunftsinstitut von Matthias Horx in Frankfurt am Main und Wien.

Rützler tritt als Referentin auf internationalen Tagungen und Kongressen (u.a. in Berlin, Zürich, Johannesburg, Dubai), als Workshop- und Seminarleiterin sowie als Ernährungsexpertin in Radio, Fernsehen (ORF, RTL) und Printmedien auf. Sie ist Mitbegründerin des Verbands der Ernährungswissenschafter Österreichs (VEÖ) und war von 1999 bis 2005 Vizepräsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung (ÖGE). Sie war Lehrbeauftragte an der Medizinischen Universität Graz (Universitätslehrgang Public Health) und ist Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Beiräte (u.a. VEÖ, Forum Ernährung heute, Denkwerk Zukunft).

Hanni Rützler ist mit Wolfgang Reiter verheiratet und lebt in Wien und Primmersdorf (Niederösterreich). Sie gehörte zu den ersten öffentlichen Verkostern für In-vitro-Fleisch

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, das in Form von Hamburgern am 5. August 2013 bei einer Pressekonferenz in London zubereitet worden war.

Gyepű

Der Gyepű war ein Grenzschutzsystem der Ungarn im Mittelalter. Er bestand vom 10. bis Mitte des 13. Jahrhunderts. Das ungarische Wort Gyepű stammt vom türkischen Wort yapı (dt. Palisade) ab.

Ab 899 erfolgten Einfälle der nicht sesshaften Magyaren ins benachbarte Ostfrankenreich

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. 955 wurden die Magyaren in der Schlacht auf dem Lechfeld von Otto I. dem Großen geschlagen und nach Osten zurückgedrängt.

Großfürst Géza begann daraufhin mit dem Aufbau eines ungarischen Staatswesens, das auch Elemente der slawischen und fränkischen Verwaltung übernahm. Diese Entwicklung wurde unter seinem Sohn Stephan I. fortgeführt. Grundlage der staatlichen Organisation waren die Komitate. Stephan I. richtete 44 Komitate ein. An der Spitze eines Komitats stand der vom König bestellte Gespan (lat. comes). 23 dieser ersten 44 Komitate waren Grenzkomitate. Die Gespane der Grenzkomitate trugen die Bezeichnung comes confiniorum (vgl. Markgraf), ihr Sitz war die Komitatsburg. Die Bewohner der Komitate gliederten sich in Freie und Unfreie. Zur Unterstützung der Gespane dienten Amtsträger wie die Jobagionen (Dienstleute) und die Grenzwächter (lat. custodes). Die Jobagionen und die Grenzwächter wurden gemeinsam mit ihren Familien in „Zehnerschaften“ angesiedelt, einer Organisation, die von den ungarischen Nomaden übernommen wurde.

Der Aufbau der ungarischen Staatsorganisation erforderte nach außen hin einen wirksamen Grenzschutz, der nach Art der ungarischen Nomaden eingerichtet wurde. Der Gyepű schützte einerseits das ungarische Binnenland nach außen und andererseits die einzelnen Stammesniederlassungen der Ungarn untereinander. Er war ein System von mehreren hintereinandergeschalteten Grenzschutzlinien mit Erdburgen und Grenzwächtersiedlungen an Stellen, die am leichtesten zu verteidigen waren. Dazwischen lag unwegsames und gering bevölkertes Ödland (Gyepűelve). Die Ödlandstreifen hatten eine Ausdehnung von ungefähr 10 bis 40 Kilometern. Die innerste Linie bildete die Siedlungsgrenze. Das Ödland wurde allerdings schon unter den Árpáden zunehmend besiedelt.

Im Bereich des Gyepűelve arbeiteten die Grenzwächter im Dienste des Grenzschutzes. Die Grenzwächter hatten zwei Aufgaben. Die Bogenschützen (lat. sagittarii) bewachten die Grenzgebiete. Die Aufgabe der speculatores war die Beobachtung gegnerischer Truppen. Kleinere Einfälle wehrten die Grenzwächter selbst ab, größere Einfälle wurden auch durch Truppen der Burgen bekämpft. War auch dies nicht ausreichend, mussten die Truppen des Königs eingreifen. Im Falle eines ungarischen Angriffs war das Grenzödland Aufmarschgebiet und die Burgen dienten als Basen für den Nachschub. Die Grenzwächter gehörten zu den Freien des Komitates. Die lateinische Bezeichnung der Anführer der Grenzwächter war decurio bzw. centurio, deren ungarische Bezeichnung ist nicht überliefert. Die decurios und centurios erhielten ihre Befehle vom Gespan.

Ab Mitte des 13. Jahrhunderts wurde der Gyepű allmählich aufgegeben. Nicht zuletzt die erfolglose Verteidigung im Zuge des Mongolensturms 1241 hatte gezeigt, dass das System nicht mehr zeitgemäß war. An die Stelle des Gyepűs traten die standfesteren Steinburgen.

Das westungarische Grenzschutzgebiet wurde nach der Niederlage der Ungarn gegen den König des Ostfrankenreiches Otto I. den Großen in der Schlacht auf dem Lechfeld 955 ausgebaut. Der Gyepű diente in dieser Region dem Schutz vor Einfällen durch die Deutschen vom Westen her. Die Ungarn siedelten Wächter in der Region an. Die Gyepűzone entlang der Landesgrenze zum Ostfrankenreich war zweifach gegliedert. Die innerste Linie bildete eine Burgenkette von Karlburg über Eisenburg nach Süden. Diese Verteidigungslinie wurde mit Wällen und Pfählen befestigt. Die äußerste Linie war das Grenzödland im Westen mit ungangbar gemachten Wäldern, Sümpfen und Überschwemmungsgebieten, das sich zwischen Muraszombat im heutigen Slowenien und Regede in der heutigen Steiermark erstreckte. Ein großer Teil des heutigen Burgenlandes in Österreich lag in der Gyepűelve.

Die innere Verteidigungslinie der Burgen an der westungarischen Grenze verlief entlang der Raab. Davor waren Grenzwächter im Ödland entlang der Flussläufe der Pinka, Lafnitz und des Strem- sowie des Zickenbaches angesiedelt. Die Siedlungen der Grenzwächter waren vor allem durch Ungarn besiedelt

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. An der westungarischen Grenze wurden frühgeschichtliche Erdburgen (z. B. Burg und Purbach) in den Gyepű einbezogen, weiters wurden palisadenbewehrte Befestigungen der Slawen wie Mosapurc, Burg Devín, Brezalauspurc reaktiviert. Außerdem bauten die Ungarn auch neue Erdburgen wie die Komitatsburgen Ödenburg und Wieselburg, Kotenburg,

Eine Reihe burgenländischer Ortschaften wie beispielsweise Pöttsching, Oberpullendorf, Oberwart und Mischendorf entstand aus den Siedlungen der Grenzwächter. Die Burgenlandungarn gelten als Nachfahren der Grenzwächter des westungarischen Gyepű. Die burgenländischen Ortsnamen mit der Endung „wart“ wie Oberwart, Unterwart, Siget in der Wart weisen noch auf die Siedlungsräume der „Grenzwarte“ hin, während Ortsnamen wie Oberschützen, Unterschützen oder Deutsch-Schützen an Siedlungen erinnern, in denen die damaligen bewaffneten Grenzschützer lebten. Der ungarische Name Gyepűfüzes für Kohfidisch erinnert ebenfalls an die ehemalige ungarische Grenzsicherung. Die Grenzwächtersiedlungen konnten sich über Jahrhunderte halten und deren Bewohner genossen noch bis 1848 königliche Privilegien.

Stéphane Fontaine

Stéphane Fontaine ist ein französischer Kameramann. Bekanntheit erlangte er vor allem durch seine wiederholte Zusammenarbeit mit dem Filmregisseur Jacques Audiard.

Stéphane Fontaine kam über die Fotografie zum Film. Scheu und Büchern sehr zugetan, absolvierte er seine Ausbildung am Pariser École Louis-Lumière, zu deren erfolgreichen Absolventen unter anderem Henri Decaë, William Lubtchansky und Eduardo Serra zählen. Er begann ab Mitte der 1980er Jahre langsam im Filmgeschäft Fuß zu fassen. Erstmals war Fontaine 1985 an einem Kurzfilm von Pierre Chenal beteiligt, bei dessen Dreharbeiten er unter anderem Entfernungen maß und den Schauspieler Jean Bouise kennenlernte. Daraufhin folgten Spielfilme von Georges Lautner (Das ermordete Haus, 1988; Ein Mann weiß zuviel, 1990), Jim Jarmusch (Night on Earth, 1991) und Leos Carax (Die Liebenden von Pont-Neuf, 1991) bei denen er so bekannten Chef-Kameraleuten wie Yves Rodallac oder Jean-Yves Escoffier assistierte. Später traf Fontaine auf Éric Gautier, den er zwischen 1993 und 1998 an neun Filmprojekten unterstützte, darunter preisgekrönte Werke wie Olivier Assayas’ Irma Vep, Arnaud Desplechins Ich und meine Liebe, Nicole Garcias Der Lieblingssohn oder Patrice Chéreaus Wer mich liebt, nimmt den Zug.

Nach zwölf Jahren Arbeit als Kameraassistent (eine „einsame Tätigkeit“) wurde Fontaine 1999 Chef-Kameramann und zeichnete für die Bilder von Eliane de Latours preisgekröntem Afrika-Drama Bronx-Barbès verantwortlich. Das amerikanische Branchenblatt Variety lobte den Franzosen daraufhin für seinen Umgang mit dem Breitbildformat kombiniert mit dem gelegentlichen Einsatz der Handkamera, die den Film von den meisten afrikanischen Produktionen unterscheide. Fontaine wählt nur Filmprojekte aus, die ihn persönlich interessieren. „Ich lehne ab, wenn ich nicht das Verlangen des Filmemachers spüre.“ Die Arbeit mit Regisseuren beschreibt er eher als eine „glorreiche Schlacht mit dem Filmemacher“, anstatt als reinen „Dienst am Film“. Die Arbeit sei „ein wohlweislich gefährliches Experiment“, das ihn dorthin bringe, wohin er normalerweise nicht gelangen würde. Den neuen technischen Errungenschaften in seinem Métier steht Fontaine eher kritisch gegenüber, so etwa digitalen, schnell löschbaren Speichermedien. „Durch die Vermeidung von Streichungen

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, Zagen und Zaudern verlieren wir die Entwicklung, die Erinnerung an die Arbeit“, so Fontaine.

Nach der erneuten Zusammenarbeit mit Arnaud Desplechin (Leo in Männergesellschaft, 2003) und Agnès Jaoui (Schau mich an!, 2004) stellte sich der Durchbruch mit seiner fünften Arbeit als Chef-Kameramann, Jacques Audiards Der wilde Schlag meines Herzens (2005), ein. Der von der Kritik hochgelobte, düstere Kriminalfilm mit Romain Duris in der Hauptrolle brachte Fontaine 2006 den César ein, Frankreichs nationalen Filmpreis. Ebenso beeindruckt zeigten sich deutschsprachige Kritiker von der „fiebrig“ beschriebenen Kameraarbeit, für die Fontaine einmal mehr auf die Handkamera zurückgegriffen hatte. Die Kamera des Franzosen wirke ebenso wie der Protagonist „stets wie auf dem Sprung, und die Lichtgebung evoziert eine Art impressionistischen Film noir“, so Michael Kohler (film-dienst). Fontaine fühle sich laut eigenem Bekunden wohl in dieser Art Kino, das sich wie der nachfolgende Film Selon Charlie (2006) „um die Überholung, die Offenbarung“ drehe.

2007 und 2008 trat Fontaine mit Kasi Lemmons Drama Talk to Me und Barry Levinsons Hollywood-Satire Inside Hollywood auch im internationalen Kino in Erscheinung. Erfolg als Kameramann war ihm jedoch erst wieder mit dem Gefängnisfilm Ein Prophet (2009) beschieden, bei dem er erneut mit Regisseur Jacques Audiard zusammenarbeitete. Gérard Leforet (Libération) lobte die „visionäre“ Kameraarbeit Fontaines, die ihm eine Nominierung für den Europäischen Filmpreis und einen weiteren César einbrachte. „Es ist Kafka der die Kamera hält, auf die Strafkolonie, wo die Urteile in die Epidermis der Verurteilten geritzt werden“, so Laforet. Nach Arbeiten für Paul Haggis (72 Stunden – The Next Three Days, 2010) und Mia Hansen-Løve (Eine Jugendliebe, 2011) folgte 2012 die dritte Zusammenarbeit mit Audiard an dem Drama Der Geschmack von Rost und Knochen mit Marion Cotillard und Matthias Schoenaerts in den Hauptrollen.

Filme als Kameramann:

Großlittgen

Großlittgen (Lautschrift in Eifeler Mundart: „Gruhssleehtchen“) in der Eifel ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Wittlich-Land an. Großlittgen ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.

Der Ort wurde im Jahr 912 als Lutiaco erstmals urkundlich erwähnt

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. 1134/35 gründete Bernhard von Clairvaux bei dem Ort die Zisterzienser-Abtei Himmerod. Während der Koalitionskriege geriet Großlittgen ab 1794 unter französische Herrschaft. 1802 wurde die Abtei aufgelöst. Aufgrund der im Jahr 1815 auf dem Wiener Kongress geschlossenen Verträge wurde das linksrheinische Gebiet und damit der Ort dem Königreich Preußen zugeordnet.

Im Jahre 1922 wurde das Kloster Himmerod durch deutsche Zisterzienser-Mönche aus der Abtei Marienstatt im Westerwald neu gegründet. Seit 1946 ist der Ort Teil des Landes Rheinland-Pfalz.

Der Gemeinderat in Großlittgen besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden. Die 16 Sitze verteilen sich auf zwei Wählergruppen.

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Unter silbernem Schildhaupt

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, darin ein rotes Balkenkreuz, durch eingeschweifte goldene Spitze, darin ein schwarzer Löwe, gespalten: rechts in Rot ein silbernes Schwert, links in Rot zwei ineinander geschlungene goldene Ringe.“

Es wurde 1987 von der Bezirksregierung Trier genehmigt.

Zu Großlittgen gehört die Zisterzienser-Abtei Himmerod.

Siehe auch:

Die staatlich anerkannte Fremdenverkehrsgemeinde hat einen Kindergarten und eine Grundschule. Im Süden verläuft die Bundesautobahn 60, im Osten die Bundesautobahn 1.

Altrich | Arenrath | Bergweiler | Bettenfeld | Binsfeld | Bruch | Dierfeld | Dierscheid | Dodenburg | Dreis | Eckfeld | Eisenschmitt | Esch | Gipperath | Gladbach&nbsp

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